Deutsche Literaturgeschichte. Das Standardwerk über die Zusammenhänge der einzelnen Gattungen, Autoren und Epochen


 
Inzwischen historische Literaturgeschichte
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Rezension bezieht sich auf: Deutsche Literaturgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe) Literaturgeschichten sind (oder waren zumindest) etwas Feines. Schön chronologisch bekommt man in Epochenhäppchen serviert, was die Literatur - in diesem Fall die deutsche Literatur - so an wichtigem und lesenswertem produziert hat, man bekommt Zusammenhänge dargelegt und erspart es sich, das alles mühsam selbst aus unterschiedlichen Quellen hervorzukramen. Warum diese, Fritz Martinis Literaturgeschichte allerdings immer noch aufgelegt wird, ist mir ein gewisses Rätsel. Ganz im Stil noch der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird hier Literaturgeschichte geschrieben, und allüberall dräut und raunt der deutsche Geist herein, der mühsam die deutsche von den anderen Nationalliteraturen scheidet. Ob er das überhaupt tut (ganz zu schweigen von der Frage, ob es ihn gibt), ist inzwischen unter Philologen mehr als umstritten. Auch sonst bewegt sich die Sprache dieses Buches gerne im mystisch Verbrämten, das Literarische Verklärenden. Von "ritterlichem Lebensgefühl" ist da bei Börries Freiherr von Münchhausen die Rede, dessen Affinität zu den Nationalsozialisten gar nicht erst erwähnt wird, und der durchaus nicht ganz zu Unrecht heute weitgehend vergessen ist. Ernst Moritz Arndts Freiheitslieder sind "mit lutherischer Gedrungenheit der Ausdruck eines gemeinsamen Fühlens und Wollens", ohne daß erläutert wird, was das denn nun sein solle. Das nur als willkürlich herausgegriffene Beispiele. Wer sich ernsthaft und einigermaßen auf der wissenschaftlichen Höhe der Zeit mit Literatur auseinandersetzen will, dem sei von dieser Literaturgeschichte dringend abgeraten. Allzusehr wird (noch dazu meist ohne Belege literarischer oder anderer Art) um das Wesentliche herumgeredet; und weder Stil noch die Dichter aneinanderreihende Form der Beschreibung sind dazu geeignet, die Lektüre zu einem Vergnügen zu machen. Ganz zu schweigen davon, daß es schwerfällt, hieraus zu lernen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. August 1999
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